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Freitag, 07. Mai 2021

Neue Alarmierung über Digitales Behördennetz

Unsere Aktive Wehr wird zu Einsätzen über sog. Funkmeldeempfänger alarmiert. Ein kleines Gerät am Gürtel piept unaufhörlich und unüberhörbar, wenn die Leitstelle uns ruft. Die bisher genutzten Geräte wurden im analogen Funknetz betrieben. Im Landkreis Nürnberger Land läuft seit ein paar Wochen der Probebetrieb für neue Funkmeldeempfänger im digitalen TETRA-Netz, und wir nehmen an diesem Test teil. 

Die alten analogen Funkmeldeempfänger sind wirklich in die Jahre gekommen. Regelmässig fallen sie aus, Ersatzteile sind nur noch schwer zu bekommen. Kein Wunder, denn die Umstellung auf eine digitale Alarmierung ist schon lange durch den Staat Bayern beschlossene Sache und wird nun konsequent umgesetzt. Als sog. primäres Alarmierungsmittel sind Funkmeldeempfänger für uns sehr wichtig. Die Alarmierung über die im Ortsgebiet verbauten Sirenen findet nur ab bestimmten Alarmstufen statt. Die meisten Alarmierungen erfolgen ohne Sirene, ausschließlich über Funkmeldeempfänger.  

 

Der Probebetrieb

Aktuell läuft im Landkreis Nürnberger Land der sog. Probebetrieb. Hier nehmen Feuerwehren aus dem Landkreis mit jeweils 10 der neuen Digitalmelder teil. Der Probebetrieb läuft parallel zur bisherigen Alarmierung über die analogen Funkmeldeempfänger. Unsere Aktiven, die die neuen Funkmeldeempfänger testen, führen daher auch zwei Funkmelder mit sich (den analogen und den neuen digitalen Funkmelder).

Ziel des Probebetriebes ist es,

  • etwaige vorhandene Kinderkrankheiten zu identifizieren,
  • die Zuverlässigkeit bei Alarmierungen
  • und auch die Netzabdeckung des digitalen TETRA-Netzes zu bewerten.

Alle in diesem Probebetrieb gesammelten Rückmeldungen werden zentral gesammelt, und an die dafür verantwortliche Stelle zurückgespiegelt. Der Probebetrieb ist aktuell bis Februar 2021 geplant. Über den Übergang in den dann folgenden Wirkbetrieb wird dann entschieden. Im Wirkbetrieb werden die analogen Funkmeldeempfänger dann nach und nach durch die neuen Digitalmelder ersetzt.

Parallel erfolgt die Alarmierungen aller Kräfte weiterhin auch über die robuste und seit vielen Jahren bekannte analoge Alarmierung.

 

Ein Vergleich

Zwei-Wege Kommunikation

Unsere bisherigen analogen Funkmeldeempfänger sind reine Empfangsgeräte. D.h. im Alarmfall geben sie einen lauten Ton von sich und nach wenigen Sekunden hört man über Lautsprecher die Einsatzmeldung des Leitstellendisponenten. Eine Rückmeldung, ob die Alarmierung auch angekommen ist, und ggf. ob die alarmierten Kräfte verfügbar sind oder nicht, war hier nicht möglich. 

Die neuen Digitalmelder können über das digitale TETRA-Netz auch Rückmeldungen versenden. So erhält die Leitstelle später auch Rückmeldungen, ob eine Alarmierung zugestellt werden konnte oder nicht. 

 

Anzeige von Details

Die heutigen Funkmeldeempfänger haben zwar teilweise schon Displays, zeigen dort aber keine Einsatzinformationen an. Im analogen Netz werden diese auch nicht übertragen. Der einzige Anhaltspunkt zum Einsatzgrund ist die Durchsage des Leitstellendisponenten, die über Lautsprecher des Funkmeldeempfängers ausgegeben wird. 

Die neuen Digitalmelder zeigen bei eingehenden Alarmierungen grundlegende Informationen auf dem eingebauten Display an. So ist zu sehen, um welche Einsatzart es sich handelt (Brand, Technische Hilfeleistung, etc.), wann die Alarmierung eingegangen ist und ob die Alarmierung quittiert wurde oder noch nicht. 

 

Empfangsanzeige

Die bis heute noch genutzten analogen Funkmeldeempfänger wissen nicht, ob sie noch im Empfangsbereich sind, oder nicht.
So kann es dazu kommen, dass eine Alarmierung zu einem Einsatz nicht zugestellt wird, der Funkmeldeempfänger also stumm bleibt im Alarmierungsfall.

Die neuen Digitalmelder agieren hier vergleichbar zu einem Mobiltelefon. Eine dauerhafte Anzeige der Empfangsstärke zeigt uns an, ob wir alarmierbar sind oder nicht. So kann es z.B. in Kellern oder in speziell geschirmten Bereichen dazu kommen, dass der Digitalmelder durch einen Piepton darauf hinweist, dass keine Alarmierungen empfangen werden können. 

 

Kosten

Die neuen digitalen Funkmeldeempfänger kosten pro Stück über 500 EUR. Der Freistaat Bayern unterstützt Gemeinden aber in der Umstellungsphase mit einer Subventionierung der nötigen Alarmierungsgeräte, so dass ein neuer Funkmelder mit ca. 110 EUR für den Träger der Feuerwehr (Gemeinde) zu Buche schlägt. Im Vergleich kostet ein neuer analoger Funkmeldeempfänger aktuell ca. 380 EUR.

 

 

Rückfallebene

In Reichenschwand nutzen wir schon seit Jahren Smartphones als zusätzliche Alarmierung. Im Einsatzfall werden unsere Kräfte automatisch auf ihren Smartphones alarmiert. Diesen Weg werden wir weiterhin nutzen, weil er neben der reinen Alarmierung noch weitere Vorteile bietet (Wer kommt, wie viele Funktionsträger stehen zur Verfügung, Nachalarmierung, etc.). Der Freistatt Bayern unterstützt seit kurzem auch solche Zusatzalarmierungslösungen aktiv. 

 

Umbau der Sirenen im Ortsgebiet

Unsere zwei Sirenen (Dach Rathaus, Dach Schule) werden auch über eine Funkverbindung durch die Leitstelle Nürnberg ausgelöst. Auch die Auslösung der Sirenen läuft heute noch über das analoge Funksystem. Wenn der Wirkbetrieb für die digitalen Funkmeldeempfänger eingeführt wurde, müssen folgend dann auch unsere Sirenen umgerüstet werden. Hierzu sind Änderungen an der Emfpangstechnik nötig.

 


 

Links unsere heutigen analogen Funkmeldeempfänger, rechts die neuen digitalen Funkmeldeemfpänger.

 

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